[:de]Dennis Franz, Mitglied von GMI, war in den Slums von Indonesien unterwegs, um Teilnehmer von Hilfsprojekten auf Bali und Lombok zu besuchen. Silvia Schüßler, Vorstandsmitglied von GMI, unterhielt sich nach seiner Rückkehr mit ihm über seine Eindrücke und Erlebnisse.

 

Als Fördermitglied unterstützt du GMI schon seit ein paar Jahren. Wie bist du zu GMI gekommen?

Ich bin mit Tobias Schüßler, dem Gründer von GMI, schon seit unserer Schulzeit befreundet. So kenne ich GMI schon länger. Besonders der Ansatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ hat mich fasziniert. Ich finde es super, dass GMI nicht einfach Spenden verteilt, sondern den Menschen mit Mikrokrediten und Beratungen oder mit geförderten Ausbildungen hilft, und das wollte ich gerne unterstützen. Deshalb bin ich Fördermitglied geworden. 

 

Du bist auf eigene Kosten nach Indonesien gereist und hast dort Gegenden besucht, die für Armut und Not bekannt sind. Was hat dich dazu bewogen, was war deine Motivation und was waren deine Erwartungen?

Ich wollte mir schon länger selbst ein Bild von den Menschen und ihren Lebensumständen machen, über die ich bisher in den Berichten von GMI gelesen hatte. Außerdem wollte ich mehr über die Arbeit der Partnerorganisationen vor Ort erfahren.

Deshalb überlegte ich nicht lange, als ich die Gelegenheit bekam, mit Tobias nach Indonesien zu fliegen. Da die Menschen, denen GMI hilft, in Slums leben, hatte ich mich darauf eingestellt, eher Armut zu sehen als teure Touristenzentren. 

 

Zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden Tobias Schüßler besuchtest du von GMI geförderte Kleinunternehmer auf Bali und Lombok. Was war dein Eindruck von diesen Menschen und ihren Kleinunternehmen? 

Die Menschen leben in schier unvorstellbaren Verhältnissen, teilweise direkt neben der oberirdischen Kanalisation, manche in kleinen, oft fensterlosen Räumen. Gleichzeitig ist die Lebensfreude der Menschen erstaunlich. Sie akzeptieren einerseits ihre Situation und versuchen das Beste daraus zu machen. Andererseits haben sie eine unerschöpfliche Energie, sich mithilfe der Mikrokredite selbst etwas aufzubauen.

Es war bewegend zu sehen, wie stolz sie uns ihre erreichten Fortschritte und ihre Produkte zeigten oder uns die Maßnahmen erklärten, durch die sie ihr Einkommen zum Teil verdoppeln konnten.  

 

Gibt es ein Erlebnis, das dich besonders bewegt/berührt hat während deines Besuchs?

Auf der Insel Bali ging mir vor allem die Situation von Ekta und ihren Kindern sehr nahe. Durch die Zubereitung von Fisch-Bällchen und -Stäbchen und die Arbeit für einen Lieferservice hat sie ein durchschnittliches Einkommen von 6 – 12 € täglich. Ekta lebt mit ihren drei Kindern in einem kleinen ca. 20 qm großen Raum. Bei unserer Ankunft lud sie uns wie selbstverständlich in ihr Zuhause ein. Außer der auf dem Boden liegenden Matratze als Schlafplatz und Wohnraum zugleich, waren ein Fernseher und Musikboxen der wertvollste Besitz in dem mit vier Personen gut ausgefüllten Raum. Mit ihren beiden Jobs möchte sie die Schulbildung ihrer Kinder finanzieren.

Auf der Insel Lombok war für mich die Situation im Dorf Sapit und der Besuch bei Sopian bewegend und erschreckend zugleich. Sopian, der unter mehreren körperlichen Handicaps leidet, kann durch die Arbeit von Gema Alam und GMI seinen Lebensunterhalt inzwischen mit dem Rösten und Verkauf von Kaffee verdienen. Stolz zeigte er uns auch den Prozess des Röstens der Kaffeebohnen. Es hat mich tief beeindruckt, dass Leuten wie ihm durch Mikrokredite und die Beratungen eine solche Perspektive gegeben werden kann.  

 

Was ist dein Fazit deiner Indonesien-Reise?

Die Begegnungen und Erlebnisse mit den Menschen waren jeden Cent wert. Gerade das Verhältnis zwischen unserem Wohlstand und unseren Problemen im Vergleich zu denen dieser Menschen zeigte mir, wie dankbar ich über meine Lebenssituation sein sollte. Vor diesem Hintergrund wuchs in mir die Motivation GMI in Zukunft noch mehr zu unterstützen, um den Menschen vor Ort ein besseres Leben ermöglichen zu können. 

 

Fotos: Conweimar[:en]Dennis Franz, member of GMI visited the slums in Indonesia. After his return, Silvia Schüßler, member of the board, interviewed him

 

As a member you have been supporting GMI for a few years. How did you become part of GMI?

I have been friends with Tobias Schüßler, the founder of GMI, since our school days. I’ve known GMI for a long time. I was particularly fascinated by the „help for self-help“ approach. I think it’s great that GMI doesn’t just distribute donations but helps people with microcredits and counselling or with sponsored training, and that’s what I wanted to support. That’s why I became a sponsoring member.

 

You travelled to Indonesia at your own expense and visited areas known for poverty and distress. What moved you to do that, what was your motivation and what were your expectations?

I have been wanting to get an idea of the people and their living conditions that I had read about in the GMI reports for quite some time. Furthermore, I wanted to learn more about the work of the local partner organizations.

That is why I didn’t think long when I got the chance to fly to Indonesia with Tobias. Since the people GMI helps live in slums, I was prepared to see poverty rather than expensive tourist centers.

 

Together with board member Tobias Schüßler you visited GMI-supported micro entrepreneurs in Bali and Lombok. What was your impression of these people and their small businesses?

The people live in almost unimaginable conditions, partly right next to the above-ground sewage system, some in small, often windowless rooms. At the same time, people’s joy of living is amazing. On the one hand, they accept their situation and try to make the best of it. On the other hand, they have an inexhaustible energy to build something up for themselves with the help of micro loans.

It was moving to see how they proudly showed us the progress they had made and the products they had produced, or how they explained the measures they had taken to – in some cases – double their income. 

 

Is there an experience that moved/touched you particularly during your visit?

On the island of Bali, especially the situation of Ekta and her children affected me. By preparing fish balls and sticks and working for a delivery service she has an average income of 6 – 12 € per day. Ekta lives with her three children in a small room of about 20 square meters. On our arrival she invited us to her home. Apart from the mattress lying on the floor as sleeping place and living room at the same time, a television and music boxes were the most valuable possessions in the room, which was well filled with four people. With her two jobs she wants to finance the education of her children.

On the island of Lombok, the situation in the village of Sapit and the visit to Sopian was both moving and frightening for me. Sopian, who suffers from several physical handicaps, can now earn his living by roasting and selling coffee through the work of Gema Alam and GMI. He also proudly showed us the process of roasting the coffee beans. I was deeply impressed that people like him can be given such a perspective through microcredit and counseling. 

 

What is your conclusion of your trip to Indonesia?

The encounters and experiences with the people were worth every cent. Especially the relationship between our prosperity and our problems compared to those of these people showed me how grateful I should be about my life situation. With that in mind, I became more motivated to support GMI even more in the future in order to make a better life possible for the local people.

 

 

Pictures taken by Conweimar[:]