Corona: Folgen für unsere Teilnehmer

Lorena Dedicatoria MOA 3

Das Coronavirus (COVID-19) hat sich zur weltweiten Pandemie entwickelt und macht leider auch vor Indonesien nicht Halt. Aktuell sind rund 21.745 COVID-19-Fälle in Indonesien bestätigt (Stand: 23.05.2020). Schwerpunktmäßig treten diese auf Java, insbesondere in Jakarta, auf. Einige Teile Indonesiens wurden zudem zu Gebieten mit großen sozialen Einschränkungen erklärt oder wie die Stadt Tegal in Ost-Java bis zum 30. Juli 2020 gänzlich gesperrt. Darüber hinaus herrschen für viele indonesische Inseln verschärfte Einreisebestimmungen oder gar Einreiseverbote, was für die vom Tourismus geprägten Regionen schwerwiegende wirtschaftliche Folgen hat.

Während in Deutschland die Maßnahmen gelockert und der Alltag immer mehr zur Normalität zurückkehrt, kämpfen einige unserer Mikrokreditnehmer weiterhin mit der aktuellen Situation. Knapp die Hälfte (57 %) unserer Mikrokreditnehmer können Ihr Geschäft zum Glück weiterhin öffnen und damit ihren Mikrokredit zurückzahlen. Die Kundenanzahl ist zwar nicht dieselbe wie vor der Pandemie, aber sie können für ihre Familien und deren Bedürfnisse weiterhin sorgen. Dennoch sind 43 % der von uns unterstützen Kleinunternehmer dazu gezwungen ihr Geschäft vorübergehend zu schließen. Dies liegt hauptsächlich an den fehlenden Kunden, die aufgrund der eigenen wirtschaftlichen Lage weniger kaufen. Die meisten versuchen dennoch ihre monatlichen Raten voll oder zumindest zur Hälfte zurückzuzahlen. Dabei sind deren Partner und die Familie eine große Unterstützung.

Aber auch die Kreditnehmenden werden kreativ und suchen sich während der Pandemie Alternativen, um ihren Alltag zu bestreiten. Parmi verkauft normalerweise Chips. Doch während der Pandemie stellte sie aufgrund der geringen Kundenzahl keine Chips her. Um ihren täglichen Grundbedarf dennoch zu decken, nutzt sie ihre Schneiderkünste und stellt die aktuell dringend benötigten Mund-Nasen-Masken her. Ebenso schaute sich Rohmatullah nach anderen Verdienstmöglichkeiten um und wäscht und bügelt die Kleidung von Kunden, die normalerweise Getränke und Snacks bei ihr kaufen. Einige der Indonesier, wie Nurul oder Usman, können ihre Warungs – sogenannte Straßenverkaufsstände – aufgrund rechtlicher Bestimmungen und Verboten von Verkäufen in öffentlichen Bereichen nicht mehr öffnen. Nun verkaufen sie gemeinsam mit ihren Frauen die Snacks einfach vor ihrem Haus.

Unsere Kreditnehmende sind alle samt optimistisch, ihren Betrieb innerhalb des nächsten Monats wieder wie gewohnt aufnehmen und ihre Raten zahlen zu können. Wir wünschen ihnen viel Erfolg, Gesundheit und Kraft in der schweren Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

Autor: Anja Huber