Die Corona-Pandemie hat die ganze Welt unerwartet und hart getroffen. Besonders schwer ist es für die ohnehin schon Ärmsten der Bevölkerung. Das zeigen nicht nur Zahlen und Statistiken, sondern besonders Einzelschicksale wie die der Weberinnen Sri Hartini, Nely Sofiana und Siti Hidayati aus Indonesien. Sie verloren durch die Reisebeschränkungen ihre Kunden: Touristen, die ihre handgewebten Produkte mit in ihr Heimatland nahmen, blieben aus. Gleichzeitig sank das Angebot an Rohstoffen, sodass die Preise stiegen. Die Weberinnen brauchten einen Plan B und wir helfen ihnen nun bei der Umsetzung.

Delta-Variante, Einreisesperre und die wirtschaftlichen Folgen

In Indonesien breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus rasant aus. Es gilt eine Einreisesperre für Touristen, Ausgangsbeschränkungen und Maskenpflicht. Die Corona-Maßnahmen veränderten auch unsere Arbeit in Südostasien.

Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Gema Alam NTB fördern wir auf Lombok in Armut lebende Kleinstunternehmende mit spendenfinanzierten Mikrokrediten und Weiterbildungsmaßnahmen. Dank unserer Spender können wir auf diese Weise Menschen wie Sri Hartini, Nely Sofiana und Siti Hidayati helfen, die durch die Pandemie in wirtschaftliche Not geraten sind. Die drei Frauen fertigen in traditioneller Handweberei Kleidung, Schals und Taschen an. Als eines der ersten Förderprojekte auf der indonesischen Insel Lombok unterstützten wir die Weberinnen mit Mikrokrediten beim Aufbau einer Verkaufsgalerie und halfen ihnen mit Weiterbildungen, ihr Unternehmen auszubauen. Knapp zweieinhalb Jahre lang entwickelte sich ihr Geschäft ausgezeichnet. Ihre Produkte waren bei den Touristen beliebt und wurden gerne als Souvenir gekauft. Doch nun brachen ihre Einnahmen weg und die Rückzahlungen für ihren Mikrokredit bleiben aus.

Online-Handel und Online-Banking als Wege aus der Krise

„Die drei Frauen mussten ihr Geschäft umstellen”, erklärt Suhupawati, Projektkoordinatorin bei Gema Alam. „Neue Verkaufswege sind die einzige Möglichkeit, wenigstens etwas Geld zu verdienen.“

Die engagierten Geschäftsfrauen weben jetzt Masken, Taschen, Beutel und Rerempek, eine Art breiter Schal, ähnlich einem Hamamtuch, das aus Webresten produziert wird. Mit der Hilfe von Gema Alam haben die Weberinnen zusätzlich begonnen, ihre Produkte online zu verkaufen.

„Gerade für den Zugang zu zahlungskräftigen Kunden in wohlhabenderen Landesteilen ist Online-Handel enorm wichtig“, so Tobias Schüßler. Hierfür benötigen die drei Verkäuferinnen ein eigenes Bankkonto. Gemeinsam mit Gema Alam unterstützen wir die Kreditempfängerinnen bei der Eröffnung eines eigenen Kontos, helfen beim richtigen Umgang mit Online-Banking und ermöglichen damit den Zugang zum Online-Markt.

„So haben unsere Kreditnehmerinnen die Möglichkeit, auch in schwierigen Zeiten ihr Geschäft anzupassen und neue Wege zu finden, um ihr Einkommen und die Versorgung ihrer Familien zu sichern“, so Schüßler. Er freut sich über jeden Menschen, der unsere Arbeit mit einer Spende unterstützt und damit die Grundlage für ein besseres Leben der Menschen in Südostasien schafft.

Autor: Miriam