Gebäck in Jurit Baru

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Während unseres Aufenthalts auf der indonesischen Insel Lombok besuchen wir auch Raodah im Dorf Jurit Baru. Das Haus der 39-jährigen liegt an einer unbefestigten Straße, die Dorfmoschee ist knappe 50 Meter entfernt. Die Sonne ist gerade untergegangen und der Muezzin ruft zum Gebet, deshalb müssen wir sehr laut sprechen, um einander zu verstehen. Damit das für ihre Gäste nicht unangenehm wird, bringt Raodah schnell ein paar leckere, traditionelle Kekse, die wir gemeinsam essen.

Auch bei Raodah sehen wir, dass die Familien sich kleine Bambushütten auf Stelzen gebaut haben, um nicht in den Häusern schlafen zu müssen. Zu groß ist mittlerweile die Angst vor Erdbeben. Die Bambushütten sind jedoch nicht notdürftig hergerichtet. Die Familien haben Stromkabel verlegt und ihre Habseligkeiten mitgebracht.

„Früher haben alle in selbstgebauten Bambushütten gelebt. In vielen ländlichen Gebieten ist das auch heute noch so,“ erklärt Juaini von Gema Alam. „Nach den Beben erinnern sich viele an die alten Lebensweisen. Ein traditionelles Dach in einem Bambushaus kann niemanden erschlagen, ein Blech- oder Ziegeldach dagegen schon.“

Als der Muezzin fertig ist, erzählt Raodah von ihrem Unternehmen. Sie stellt traditionelle Kuchen und Gebäck her, das bei den Sasak, so heißen die Einwohner Lomboks, bei Festen und Feiertagen gegessen wird. Alle Produkte basieren auf Reis oder Mais, und Raodah besteht darauf, dass wir alles probieren.
„Besonders vor Feiertagen hatte ich so viele Aufträge, dass ich gar nicht alle annehmen konnte“, erzählt die Kleinunternehmerin. „Ich habe mir von dem Mikrokredit (ca. 130 €) besseren Zubehör gekauft und konnte dann auch kurzfristig Nachbarn einstellen, die mir helfen.“

Während unseres Besuchs kommt eine Kundin und holt eine Großbestellung ab: riesige Kübel voll mit einem Produkt, das an Reiswaffeln erinnert. Gemeinsam verstauen sie die Gefäße auf dem Rücksitz des Autos. Dann fällt der Strom aus. „Das passiert hier regelmäßig,“ beruhigt Juaini.
Ein Gruppenfoto wollen wir aber dann trotzdem noch machen, dafür haben wir ja Blitz an unserem Handy.