Das Bergdorf Kelayu

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Das kleine Dorf Kelayu liegt im Hochland der indonesischen Insel Lombok. Die Häuser schmiegen sich an die steilen Hänge und Reisterrassen am Sambalun Berg, dem kleinen Nachbarn des Vulkans Rinjani. Die Einwohner sind Reisfarmer und Bauern. Wer nach Kelayu möchte, muss bereits einige Kilometer vorher die gepflasterte Straße verlassen und die steilen Hänge über einen unbefestigten Matsch- und Schotterweg zurücklegen. In der Regenzeit kann das sehr gefährlich werden, denn dann kann sich die Straße urplötzlich in einen Sturzbach verwandeln.

Als wir das kleine Dorf besuchen, ist gerade Anbausaison. Alle Familienmitglieder helfen gemeinsam, die Reisfelder von Unkraut zu befreien, sodass die Setzlinge anschließend in die unter Wasser stehenden Felder gepflanzt werden können. Die Bauern winken uns zu, als wir an ihnen vorbeifahren. Ausländische Besucher kommen hier nur selten vorbei.

„Nicht immer sind alle froh darüber, dass wir in ein Dorf kommen um unsere Programme durchzuführen,“ erzählt Juaini, Projektleiter unserer Partnerorganisation Gema Alam. „Wir sind dafür bekannt, Frauen zu ermutigen, wirtschaftlich aktiv zu werden. Das gefällt nicht allen. In Dörfern wie Kelayu haben Frauen auch heute noch nicht die gleichen Rechte wie Männer. Meistens ändert sich die Akzeptanz aber, wenn die Leute sehen, dass es den Familien besser geht, wenn auch die Frauen kleine Geschäfte haben dürfen.“

Ein Beispiel dafür ist Muliana. Wir treffen die 20-jährige Mutter in ihrem kleinen Kiosk, den sie vor einigen Monaten eröffnete. Supermärkte gibt es in der Gegend nicht und daher lief das Geschäft gut. Mit einem Mikrokredit von uns konnte sie zusätzliche Waren kaufen, die es sonst im Dorf nicht zu kaufen gibt. Das hilft nicht nur der kleinen Familie, sondern der ganzen Dorfgemeinschaft. Selbstbewusst erklärt uns die junge Unternehmerin, die von ihrem Mann in ihrem Vorhaben unterstützt wird, ihre Pläne für die Zukunft. „Ich möchte gern den ersten kleinen Supermarkt in diesem Dorf eröffnen. Wenn wir genug Geld haben, wird mein Mann den Laden größer bauen.“

Nachdem wir uns von Muliana verabschiedet haben, erklärt Juaini: „Durch den Mikrokredit hat Muliana an Ansehen gewonnen. Die Menschen der Dorfgemeinschaft haben ja mitbekommen, dass wir als Organisation Muliana als gleichberechtigte Geschäftspartnerin betrachten. Sie wird als Geschäftsfrau respektiert und von der Dorfgemeinschaft geachtet. Dadurch ist sie viel selbstbewusster geworden.“

Wir danken unseren Spendern, die es Frauen wie Muliana ermöglichen, ihre Träume zu verwirklichen.