Nachdem sich die Auszahlung neuer Mikrokredite auf Indonesiens Insel Lombok durch die Corona-Pandemie um mehrere Monate verzögert hatte, konnten wir jetzt endlich wieder Mikrokredite an Kleinunternehmer vergeben.

Insgesamt 7 Kleinunternehmer aus 5 verschiedenen Dörfern im Osten der indonesischen Insel Lombok sind unsere neuen Projektteilnehmenden. Sie erhielten Mikrokredite zwischen 60 € und 120 €. Auch die 37-jährige Nurjani aus dem abgelegenen Dorf Bebidas ist eine von ihnen. Früher verkaufte Nurjani ihre Produkte – z. B. Eier, Gemüse, Fisch – direkt an den Haustüren der Dorfbewohner. Mit einem ersten Mikrokredit hatte sie sich den Traum von einem kleinen Verkaufsstand vor ihrem Haus erfüllt. Trotz der Corona-Krise konnte sie diesen Mikrokredit pünktlich zurückzahlen. Damit sie ihre Produktpalette erweitern kann, helfen wir der engagierten Kleinunternehmerin mit einem weiteren Kredit. Auch der 28-jährige Afriandi gehört zu den aktuellen Mikrokredit-Empfängern. Der Kleinunternehmer aus dem Dorf Damai hat einen Verleih für Wanderausrüstung, außerdem verkauft er Haushaltsgegenstände. Durch Pandemie und Lockdown hatte er nur sehr wenige Kunden. Seit die Beschränkungen gelockert wurden, steigt auch sein Umsatz wieder. Wir helfen Afriandi mit einem Mikrokredit, sein Geschäft auszubauen, weitere Wanderausrüstung für die Vermietung sowie Haushaltsgeräte und Werkzeug zu kaufen.

„Unsere geförderten Kleinunternehmer sind umherziehende Gemüse- und Gebäckhändler, sowie stationäre Lebensmittelhändler, Verkäufer für Outdoor-Geräte oder Webereiprodukte”, erklärt Tobias Schüßler, Initiator unserer Hilfsorganisation. „Je nach Höhe des Mikrokredites haben sie zwischen 6 und 12 Monate Zeit, ihren Kredit zurückzuzahlen.” Zusätzlich zu der sonst üblichen Beratung und Schulung der Kleinunternehmer hilft unsere Partnerorganisation Gema Alam NTB aktuell auch durch Veröffentlichungen von Videos und Fotos der Kleinunternehmer, ihrer Verkaufsstände und der angebotenen Produkte in Sozialen Medien. So können die engagierten Projektteilnehmenden ihre Waren an mehr Menschen verkaufen und ihren Umsatz trotz der Pandemie steigern.

„Während der Pandemie erlebten unsere Teilnehmer Höhen und Tiefen, mussten ihr Geschäft aber nicht schließen”, erläutert Tobias. „Ihr Umsatz brach jedoch zum Teil sehr stark ein, da viele ihrer Kunden ihre Arbeit und dadurch ihr Einkommen verloren haben. Umso mehr freuen wir uns, dass Kleinunternehmer wie Afriandi und Nurjani sich nicht entmutigen lassen, sondern neue kreative Ideen ausprobieren.” Für Tobias ist nicht nur die finanzielle Seite des Mikrokredit-Programms wichtig. „Dass unsere Partnerorganisation die Teilnehmer auch im Bereich Marketing und Werbung unterstützt, trägt mit zum Erfolg der Kleinunternehmer bei”, ist er sich sicher.

Wir wünschen unseren Teilnehmenden viel Erfolg in ihrem Unternehmen.

 

Text: Silvia