Nini

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Wie ist es, als ehrenamtlich Tätige auf Lombok zu leben? Welche Schwierigkeiten ergeben sich vor Ort? Wie ist es sowohl sprachlich als auch kulturell mit den Menschen vor Ort zu interagieren? Diese und weitere Fragen haben wir mit unserer Kultur- und Kommunikationsexpertin Nini geklärt.

„Ohne Nini hätten wir unsere Arbeit in Indonesien im vergangenen Jahr nicht so weit ausbauen können,“ berichtet Tobias, Gründer und Vorstand. “Sie ist für uns die Brücke über Sprach- und Kulturbarrieren, dank ihr können wir unsere Projekte optimal auf die lokalen Bedürfnisse ausrichten und dafür sorgen, dass alle Spender erfahren, wem ihre Unterstützung genau hilft.”

Nini ist 28 Jahre alt und mit zwei Schwestern und einem Bruder auf Lombok in Indonesien geboren und aufgewachsen. Um ihren Universitätsabschluss zu absolvieren, zog sie für 4 Jahre erst nach Malang in Ost-Java und anschließend weitere 3 Jahre nach Bandung im Westen Javas. Nach ihrem Abschluss beschloss Nini schließlich wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Dort schaut sie sich in ihrer Freizeit gerne Filme an, liest Bücher oder singt Karaoke. Zudem ist sie ehrenamtlich für GMI auf Lombok tätig und kann damit ihren Traum, etwas für die Gesellschaft der Insel zu tun, verwirklichen. Dabei findet die junge Frau selbst, dass ihre Familie ein großes Stück zu ihrem Traum beigetragen hat: „Die Art und Weise, wie ich mit meinen Geschwistern kommuniziere und interagiere, macht mich zu der Person, die ich heute bin.“

Von einem Freund, der mit unserem Vorstandsmitglied und Gründer Tobias befreundet ist, wurde Nini auf unsere Organisation aufmerksam. Seit Juni 2019 übersetzt sie vor Ort nicht nur sprachlich unsere Texte, sondern agiert auch als kulturelle Verbindung zwischen uns und den Menschen. So sucht sie, neben der Kommunikation mit unseren Mikrokreditnehmern, auch stetig neue Partnerorganisationen, die unser Vorhaben unterstützen möchten. Die Möglichkeit, Neues über die Gesellschaft zu lernen und mit lokalen Organisationen zusammenzuarbeiten, gefällt ihr hierbei am meisten.

Denn vor ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit war es ihr lange Zeit nicht möglich am Geschehen ihrer Heimat teilzunehmen. Auch die Zusammenarbeit mit den Bewohnern der Insel bereitet ihr viel Freude. Dennoch sagt sie selbst: „Die Arbeit mit meinen Landsleuten ist interessant und herausfordernd zugleich.“ Ihre Tätigkeit gibt ihr die Chance mehr über die Bevölkerung und die Organisationen zu erfahren. Jedoch ist vor allem das Zeitmanagement eine große Herausforderung. So gestaltet es sich sehr schwer mit den Mikrokreditnehmern einen Zeitpunkt für Besuche zu finden oder hierfür einen Zeitplan zu erstellen. Ebenso benötigt sie viel Zeit zur Anpassung an die Arbeitsmoral mancher Kreditnehmer. Allerdings lässt sich Nini hiervon nicht unterkriegen. Immerhin entschied sie sich für unsere Organisation, um etwas Neues auszuprobieren – ein Programm, welches mit der Bevölkerung ihres Landes zusammenarbeitet, einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft ausübt und Menschen hilft ihre Geschäftsführung und ihr Leben zu verbessern.

Nini ist von ihrer und unserer Arbeit überzeugt: „GMI lässt mich erkennen, dass ihre Handlung, egal wie klein sie ist, einen großen Einfluss auf die Gesellschaft haben kann. Die Auswirkungen, die ich während der Besuche gesehen habe, haben mir gezeigt, dass das Vorhaben von GMI ein großes Programm mit kleinen und einfachen Schritten ist, die jeden Tag konsequent unternommen werden – und das macht es großartig.“

Für die Zukunft plant sie in Bezug auf GMI sich noch mehr für die Organisation und die Menschen einsetzen und weitere Partnerorganisationen für uns finden zu wollen. Für ihre persönliche Zukunft möchte sie sich auf das Wachstum ihres eigenen Geschäfts fokussieren – die Bereitstellung einer psychosozialen Versorgung für die Bevölkerung Lomboks. Wir wünschen ihr viel Erfolg dabei und danken Nini für ihren Einsatz und ihre Unterstützung!

Autor: Anja Huber