Songkran

Tamar Center, Frauen bekommen Lebensmittelpakete

Wir schreiben das Jahr 2563. Eigentlich wollten fröhliche Menschen in den Straßen Thailands den Jahreswechsel feiern und sich gegenseitig mit Wasser bespritzen. Mönche wollten in religiösen Zeremonien Buddha-Statuen mit geweihtem Wasser waschen und Opfergaben darbringen. Familien wollten ihre betagten Angehörigen besuchen, ihnen durch zeremonielle Handwaschungen und Geschenke auf traditionelle Weise die Ehre erweisen und deren Segen empfangen. Unzählige Frauen aus den Bars von Pattaya hofften wegen der vielen zusätzlichen Touristen auf mehr Umsatz als im Rest des Jahres. Doch die COVID-19-Krise veränderte alles, sogar das Fest Songkran zum Start ins Jahr 2563 B. E. buddhistischer Zeitrechnung. 

Das Neujahrsfest Songkran ist normalerweise ein umsatzstarkes Fest”, erklärt unser Gründer Tobias Schüßler, aber in diesem Jahr ist alles anders. Songkran wurde zum Schutz der Bevölkerung seitens der Regierung auf eine Zeit nach der Corona-Krise verschoben, alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte geschlossen, eine Ausgangssperre verhängt und Reisebeschränkungen eingeführt. Keine Touristen und geschlossene Bars bedeuten kein Umsatz für die dort arbeitenden Frauen, sodass viele von ihnen ihr Zimmer in den Bars räumen mussten und jetzt ohne Obdach und ohne Einnahmen leben. Viele dieser Frauen sind verzweifelt. Ihnen bleibt wegen der Reisebeschränkungen nicht einmal die Möglichkeit, nach Hause zu ihren Familien in den Dörfern zu fahren.”  

Gemeinsam mit der thailändischen Organisation Tamar Center helfen wir seit einigen Jahren Frauen aus den Bars, die ein neues Leben abseits der Prostitution beginnen möchten. „Alkohol, Drogen, HIV, ungewollte Schwangerschaften, beängstigende Sexpraktiken, Demütigungen – nicht selten sind es diese Dinge, die dazu führen, dass Frauen einen Ausweg aus den Bars suchen und sich an unsere Partnerorganisation wenden”, erklärt Tobias 

Neben kostenloser Unterkunft und psychologischer Betreuung bietet das Tamar Center Kurse an, in denen die Teilnehmerinnen lernen, ihren Alltag selbst zu gestalten. In einer kreativen Werkstatt stellen die Frauen Grußkarten und andere Dinge her, die über einen Online-Shop verkauft werden. Neben einem regulären Gehalt erhalten die Frauen etliche Zusatzleistungen,  wie zum Beispiel kostenlose Unterkunft, Reis, Transport zur Arbeit und zurück, Kita-Betreuung und Sponsorships für die Schulbildung ihrer Kinder. „Für diese Kurse stellt GMI spendenfinanzierte Starter-Sets zur Verfügung“, erklärt Tobias weiter. „Neben den benötigten Materialien beinhalten diese ‚Sets‘ auch eine ausführliche Einarbeitung und die Frauen lernen verschiedene Ausbildungsberufe kennen. Auch diese Ausbildungen zur Friseurin, Köchin oder Näherin finanzieren wir mit. 

Leider musste auch das Tamar Center schließen und kann aktuell nur noch sporadisch helfen. Aber bereits jetzt bereiten sich die Mitarbeiter darauf vor, nach Ende der Ausgangssperre noch intensiver für die Frauen Pattayas da zu sein. Auch wir stehen mit dem Tamar Center in regelmäßigem Kontakt, um über Strategien und Möglichkeiten für die Zeit nach der Ausgangssperre zu sprechen. Wir freuen uns, dass wir dem Tamar Center dank unserer Spender dann verstärkt zur Seite stehen können.“ 

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