Die Philippinen kämpfen aktuell mit dem zweitschlimmsten Coronavirus-Ausbruch Asiens. Die Delta-Variante breitet sich unaufhaltsam aus und die Impfkampagne kommt bedingt durch Impfstoffknappheit und Impfskepsis nur sehr langsam voran. Das Tragen einer Maske und zusätzlichem Face Shield am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln sind Pflicht. Durch strenge Lockdowns stieg die Arbeitslosigkeit auf inzwischen über 40 %. Zusätzlich sorgen gerade jetzt in der Regenzeit Tropenstürme für überflutete Straßen, schlammige Wege und morastige Böden. Trotz der herausfordernden Umstände finanzieren wir weiter Mikrokredite für Kleinstunternehmende rund um die philippinische Stadt Olongapo. Auch die spendenfinanzierten Nähausbildungen mit unserer Partnerorganisation Project Life Subic wurden stark an die Regenzeit und die Pandemie angepasst.

Schutz vor Überflutungen und besondere Hygienemaßnahmen

Die Bewohner der Philippinen kennen ihre Regenzeit. Von Juni bis November/Dezember zieht etwa zwei- bis dreimal im Monat ein Taifun über die Inselkette hinweg. Der Starkregen führt neben Überflutungen auch zu Erdrutschen und umstürzenden Bäumen. Project Life Subic ist für diese Situation gut gerüstet. Die Organisation mietet ein breites Landstück und kann sich deshalb gut vor Überschwemmungen schützen. Das ermöglicht es, insbesondere die Nähausbildungen weiter fortzuführen. So sei in der aktuellen Regenzeit erst ein Kurstag ausgefallen, erklärte Geschäftsführer Anthony Agones. An jenem Tag seien die Überschwemmungen in der Stadt so stark gewesen, dass es für die Teilnehmenden zu gefährlich gewesen wäre, durch die überfluteten Straßen zu kommen.

Project Life Subic bildet Menschen in professionellen Nähkursen aus. Durch die von uns finanzierten Kurse erhalten die Teilnehmenden die Grundlagen für einen besser bezahlten Job oder eine eigene Näherei. Für den Neustart nach dem monatelangen strengen Lockdown und wegen der Regenzeit ergriff die philippinische Organisation umfassende Hygienemaßnahmen, um die Sicherheit in Zeiten von Corona zu maximieren. „Alle Personen müssen im Eingangsbereich durch ein desinfizierendes Fußbad gehen“, erzählt Anthony Agones. „Anschließendes Fiebermessen sowie regelmäßiges Desinfizieren, Händewaschen und Tragen einer Maske sind Pflicht.“ Das keimtötende Fußbad sei wegen der überfluteten Straßen essenziell, so Anthony. Das gängige Schuhwerk der Filipinos sei Flip-Flops und Innenräume würden meist barfuß betreten.

Click and Collect – Innovativ durch die Coronakrise

Gemeinsam mit dem philippinischen Partner ermöglichen wir weiter Mikrokredite für Kleinstunternehmende. Die kleinen, durch Spenden finanzierten Geldbeträge werden zur Gründung oder zum Ausbau von Geschäften genutzt, die meist nur aus Straßenständen bestehen. Die begleitenden Beratungen tragen gerade jetzt dazu bei, die Lebenssituation der Teilnehmenden nachhaltig zu verbessern.

„Zusätzlich zu unseren Beratungen helfen unsere philippinischen Partner den Mikrokreditempfangenden, soweit möglich, ihre Produkte online zu verkaufen und digitale Bezahlmöglichkeiten zu nutzen“, so Tobias Schüßler. „Ähnlich wie bei ‚Click and Collect’ hier in Deutschland vereinbaren die Geschäftsleute dann mit ihren Kunden einen Termin, an dem die Ware abgeholt werden kann.“

Unserem Gründer ist es ein Herzensanliegen, gerade jetzt den Menschen auf den Philippinen Wege aus der Armut zu ermöglichen: „Besonders die Menschen in ärmeren Regionen leiden unter Pandemie und Naturkatastrophen. Gegen Impfstoffknappheit und Taifune können wir nichts tun. Aber mit unserem Mikrokredit- und Ausbildungsprogramm können wir den Menschen helfen, sich trotz allem eine bessere Lebensgrundlage zu erarbeiten.“

Autorin: Kristin