Ein bunt geschmückter Tannenbaum, Schnee auf den Dächern, besinnliche Musik, die ganze Familie an einem schön dekorierten Tisch und Geschenke für Groß und Klein – so sieht bei den Meisten von uns Weihnachten aus. Doch feiern alle Menschen auf dieser Welt ein Weihnachtsfest und ist dies überall gleich? Wie Weihnachten auf den Philippinen aussehen kann, verrät uns Anthony von unserer Partnerorganisation Project Life Subic.

Laut Anthony feiern die Philippinen das längste Weihnachten auf der ganzen Welt. Denn während viele von uns langsam daran denken die Herbstdekoration aus den Kartons zu kramen, schmücken die Bewohner auf den Philippinen schon munter ihr zu Hause für Weihnachten. Dort wird bereits zum 01. September damit begonnen für Weihnachten zu dekorieren und diese wird auch nicht vor Ende Januar wieder abgebaut. Bekanntlich ist Vorfreude schließlich die schönste Freude.

Auch auf den Philippinen ist Weihnachten ein Fest der Familie. Dabei wird über die Weihnachtszeit viel Zeit mit der Familie verbracht, um gemeinsam schöne Erinnerungen zu schaffen. Diese Zeit steht aber auch für ein lang ersehntes Wiedersehen. Denn zum Weihnachtsfest werden Familienmitglieder, die man lange Zeit nicht gesehen hat mit viel Freude zum Fest eingeladen. Philippinische Familien legen im Allgemeinen viel Wert darauf, die Zeit mit ihren Liebsten zu verbringen und für deren Anwesenheit dankbar zu sein.

Filipinos feiern zwar ebenfalls am 24.12. Weihnachten, allerdings gibt es im Gegensatz zu uns keinen „Heiligabend“, sondern die „Noche buena“. Am Abend gibt es ein festliches Essen mit der gesamten Familie. Für die meisten Familien ist dies auch das Herzstück ihrer Weihnachtsfeier. Denn es wurde sehr viel Zeit und Mühe in ein wunderbares Essen investiert, damit jeder die Noche buena genießen kann. Warme Gespräche, voller Liebe und Lachen umgeben dieses bedeutungsvolle Essen, während auf das vergangene Jahr zurückgeblickt und in Erinnerungen geschwelgt wird. Die Art und Weise dieses Fest zu gestalten ist von Familie zu Familie unterschiedlich. Einige Familien bevorzugen ein zurückhaltendes, kleines Fest mit Geschenken und andere wiederum ein großes Fest mit einem durchdachten Unterhaltungsprogramm. Dabei zeigen zumeist die jungen Familienmitglieder ihre Talente, indem sie zur Freude ihrer Onkel, Tanten, Großeltern und Eltern zu Melodien der neusten Popsongs tanzen. Wieder andere Familien haben eigene Traditionen und verbringen die Weihnachtsferien in den jeweiligen Provinzen oder an touristischen Zielen des Landes.

Die Geschenke werden erst um Mitternacht untereinander ausgetauscht und überreicht, daher auch der Name „Noche buena“ (schöne Nacht). Das Auspacken der Geschenke bereitet den Kindern viel Freude, jedoch vor allem wenn sich darunter ein roter Umschlag befindet. Denn traditionell ist in diesen Umschlägen Geld von ihren Ninangs und Ninongs (Paten) enthalten. Oft fließt dieses in die eignen Ersparnisse oder in eine schöne Belohnung. Dabei wird von den Erwachsenen stets viel Wert daraufgelegt, niemals zu vergessen für all das dankbar zu sein.

Wenn die Glöckchen zu hören sind und die Weihnachtslieder eingestimmt werden, dann naht das Weihnachtsfest.

Wir wünschen allen eine besinnliche und frohe Weihnachtszeit!

Autor: Anja Huber