
Weltladen Karlstein e. V. spendet erneut 1.000 Euro an Global Micro Initiative e.V.
7. September 2026Unser Pilotprojekt auf der indonesischen Insel Sumba ist fertig geplant. Pradnya, Leiterin des Projektstandortes von Global Micro Initiative e.V. auf Bali, hat es gemeinsam mit lokalen Partnern erarbeitet. Bei einem Besuch auf der indonesischen Insel haben sie Familien kennengelernt und sich angesehen, wovon die Menschen leben. Von November 2026 bis Juli 2027 wollen wir mit einer kleinen Gruppe erproben, wie sich unsere Hilfe zur Selbsthilfe auf Sumba langfristig umsetzen lässt.

Südwest-Sumba: wenn das Einkommen kaum für den Alltag reicht
Sumba gehört zur Provinz Nusa Tenggara Timur (Ost-Nusa-Tenggara). Diese Provinz gehört zu den ärmsten Indonesiens. Das Einkommen vieler Familien reicht kaum für das Notwendigste. Sauberes Wasser kostet eine Familie umgerechnet gut sieben Euro pro Woche. Viele Familien leihen sich Geld für ihren täglichen Lebensunterhalt. Diese Kredite werden meist in 50 Wochenraten zurückgezahlt. Am Ende haben sie rund ein Viertel mehr zurückgezahlt, als sie ursprünglich erhalten haben. So geraten sie leicht in eine Schuldenfalle und es bleibt kaum finanzieller Spielraum, um in eine zusätzliche Einkommensmöglichkeit zu investieren.
Viele Familien verdienen unter anderem damit Geld, dass sie Steine für Baumaterial zerschlagen. Etwa eine Woche brauchen sie für eine Lastwagenladung Schotter. Doch ob ein Käufer kommt, hängt von der Nachfrage ab. Die Lastwagen fahren die vielen Steineklopfer in der Region abwechselnd an. Da die Familien kein Festnetz- oder Mobiltelefon haben, können sie nicht nachfragen, wann ihre Steine abgeholt werden. Sie warten schlicht darauf, dass ein Lastwagen hält. Oft warten sie umsonst.
Das Steineklopfen ist allerdings nicht ihre einzige Einnahmequelle. Die Familien bauen Maniok an, ernten im Juni und Juli Cashewnüsse und fischen, sofern ihre Netze das noch zulassen. Trotzdem reicht das Einkommen oft kaum für den Lebensunterhalt.
Auch für Kleinstunternehmer ist die Situation schwierig. Viele Waren müssen von Java nach Sumba gebracht werden und sind entsprechend teuer. Gleichzeitig ist die Kaufkraft gering. Manche Kleinstunternehmer haben längst treue Kunden, können ihr Geschäft aber nur schwer ausbauen, weil ihnen das nötige Kapital fehlt.
So ist unser Pilotprojekt auf Sumba aufgebaut
„Wir arbeiten zunächst nur mit einer kleinen Anzahl von Projektteilnehmern“, schildert Tobias Schüßler, Gründer unserer Hilfsorganisation. „Dabei beobachten wir genau, ob unser Hilfe-zur-Selbsthilfe-Ansatz auch auf Sumba funktioniert. Danach entscheiden wir, ob Sumba ein neuer Projektstandort wird.“
Für das Pilotprojekt auf Sumba stehen kostenlose Schulungen vor dem Non-Profit-Mikrokredit. In diesen Schulungen behandeln wir Themen, die unsere Teilnehmer ganz konkret im Alltag umsetzen können: Wie teile ich mein Geld ein, wenn es kaum reicht? Wie kann ich trotz geringer Einnahmen sogar etwas sparen? Woher weiß ich, ob mein Geschäft überhaupt Gewinn macht? Was kann ich tun, um mehr Kunden für mein Geschäft zu gewinnen?
Ergänzend besprechen unsere Mitarbeiter in kostenlosen individuellen Beratungen mit jedem Teilnehmer, wie sich das Gelernte auf die eigene Situation und das eigene Kleinstunternehmen übertragen lässt.
Wer drei Schulungen besucht hat, kann anschließend einen Non-Profit-Mikrokredit erhalten.

Wie Non-Profit-Mikrokredite helfen können
Die meisten künftigen Teilnehmer möchten Schweine oder Hühner halten. Schweine werden auf Sumba für traditionelle Zeremonien wie Hochzeiten und Beerdigungen gebraucht und erzielen hohe Preise.
Unser Team traf auch Kindergartenlehrer, die derzeit knapp fünf Euro im Monat erhalten, weil staatliche Mittel für die Dörfer verspätet ankommen. Sie würden gerne ein Kleinstunternehmen eröffnen, beispielsweise einen Snackverkauf oder einen kleinen Kiosk.
Auch die Familien, die vom Steineklopfen leben, könnten mehr Geld verdienen: Sie wohnen nahe am Meer und können fischen. Allerdings sind ihre Fischernetze kaum noch brauchbar. Mit einem Non-Profit-Mikrokredit könnten sie neue Netze kaufen und mit dem Fischfang wieder mehr Geld verdienen.
Zusätzliches Kapital kann Kleinstunternehmern außerdem dabei helfen, Waren in größeren Mengen einzukaufen und dadurch bessere Preise bei Lieferanten zu erhalten. Gleichzeitig achten unsere Mitarbeiter gemeinsam mit den Kleinstunternehmern darauf, dass nur so viel eingekauft wird, wie tatsächlich verkauft werden kann. Denn Geld, das in unverkaufter Ware steckt, fehlt an anderer Stelle im Geschäft.
Gemeinsam den Start auf Sumba ermöglichen
„Unser Ziel ist, im November 2026 mit dem Pilotprojekt zu starten“, erklärt Tobias Schüßler, Gründer von Global Micro Initiative e.V. „Für die Finanzierung brauchen wir jedoch weitere Unterstützung.“
Hilf mit deiner Spende, damit wir mit den ersten Schulungen und individuellen Beratungen auf Sumba starten können. So gibst du Menschen die Möglichkeit, ihre vorhandenen Ideen umzusetzen und sich selbst zusätzliches Einkommen zu erarbeiten. Jeder Betrag hilft uns, diesen Start möglich zu machen.

Autorin: Silvia




