
Ausweg aus der Schuldenfalle in Olongapo: Wie Schulungen und Beratungen Cecilias Leben veränderten
30. April 2026Ein schmaler Pfad führt durch trockene Felder. Einfache Häuser, oft aus Holz und Wellblech gebaut, stehen verstreut zwischen den Anbauflächen. Ziegen und Hühner liegen in kleinen Gattern im Schatten, während schwüle Hitze aufs Land drückt. Viele Familien leben von dem, was ihre kleinen Äcker hergeben, oft von weniger als 2 Euro am Tag. Medizinische Versorgung ist für viele Familien nicht bezahlbar und nur schwer erreichbar. Kinder können häufig die Schule nicht besuchen, weil sie bei der Feldarbeit helfen müssen oder weil das Geld für Schulmaterial fehlt.
Genau hier beginnt das neue Projekt von Global Micro Initiative e.V.: „Förderung von 40 Kleinbauern und ihren Familien in der Subic-Region“.
Gesundheit und Hygiene als Grundlage für stabile Einkommen
Die Lebensbedingungen in der Projektregion machen deutlich, warum Gesundheits- und Hygieneschulungen ein zentraler Bestandteil dieses Projekts sind: Viele Haushalte sind auf Brunnen oder Quellen angewiesen, die bis zu zwei Kilometer entfernt liegen und nicht zuverlässig sauberes Wasser führen. Gesundheitszentren befinden sich mehrere Kilometer entfernt. Viele Familien haben nur ein Fahrrad, aber der Nahverkehr ist unzuverlässig. Besonders in der Regenzeit sind die Wege aufgeweicht und schwer befahrbar. Bei ernsteren Erkrankungen müssen weite Wege in entfernte Städte zurückgelegt werden. Verzögerungen bei der Behandlung können schwerwiegende Folgen haben.

Gleichzeitig fehlt vielen Familien das Wissen darüber, wie Krankheiten und Infektionen im Alltag vermieden werden können. Viele Menschen haben nur geringen Zugang zu Bildung, grundlegendes Wissen zu Hygiene und Gesundheit ist deshalb kaum vorhanden.
„Die Folgen sind direkt spürbar“, erklärt Tobias Schüßler, Gründer von Global Micro Initiative e.V. „Wer krank ist, kann nicht arbeiten. Ohne Arbeit kein Einkommen. Fällt das Einkommen weg, betrifft das die gesamte Familie. Gesundheit ist damit keine Nebensache, sondern eine entscheidende Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität.“

Schulungen, individuelle Beratungen und Netzwerke als Grundlage für Entwicklung
Neben gesundheitlichen Herausforderungen stehen viele Kleinbauern vor weiteren Hürden, die ihre wirtschaftliche Entwicklung erschweren: Einnahmen und Ausgaben werden oft nicht dokumentiert, Familien verfügen nur über ein instabiles Einkommen, zusätzliche Verdienstmöglichkeiten sind selten. Fehlendes Finanzwissen führt zu Fehlentscheidungen.
Genau an diesen Punkten setzt das Projekt in der Subic-Region an. Zusätzlich zu Schulungen in Gesundheit und Hygiene geht es auch um nachhaltigen Anbau, grundlegendes Finanzmanagement und einfache betriebswirtschaftliche Grundlagen.
Individuelle Beratungen und Besuche durch das Team von GMI Philippines vor Ort sorgen dafür, dass dieses Wissen im Alltag umgesetzt werden kann. Dabei wird auch der Austausch unter den Kleinbauern gezielt gefördert. Auf diese Weise entstehen Verbindungen, die über das Projekt hinaus Bestand haben können.
„Als gemeinnützige Organisation für Non-Profit-Mikrokredite haben wir gesehen, wie Kredite ohne angemessene Schulungen eher zu Belastungen als zu Wachstum führen können“, erklärt Tobias. „Der Mangel an praktischem Wissen in der Budgetierung und Unternehmensplanung schränkt die Fähigkeit der Landwirte stark ein, ihre Produktivität und ihren Lebensunterhalt nachhaltig zu verbessern. Deshalb sind diese Schulungen und die Begleitung zentraler Bestandteil dieses Projektes.“
Der Gesamtumfang des Projektes beträgt über 60.000 Euro und wird überwiegend durch den Kleinprojektefonds der Schmitz-Stiftungen gefördert, der maßgeblich aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt wird, sowie durch die Stiftung WissenWecken gGmbH. Diese Unterstützung ermöglicht den Start und die Umsetzung der ersten Maßnahmen vor Ort.
Damit dieses Projekt vollständig umgesetzt und langfristig begleitet werden kann, ist Global Micro Initiative e.V. auf zusätzliche Unterstützung angewiesen.
Mit Spenden hilfst du dabei, Schulungen, individuelle Beratungen und die kontinuierliche Begleitung der Kleinbauern in der Subic-Region zu ermöglichen. Jeder Beitrag hilft, dass aus ersten Schritten nachhaltige Entwicklungen entstehen.

Autorin: Silvia




